Unterirdische Bahnstrecke Neunkirchen

  • So... und wieder gibt es Neuigkeiten. Möglicherweise habe ich ein Kaffeetrinken mit einer 93 jährigen Frau aus Illingen. Sie selbst hat ein kleines Buch herausgebracht über ihre Kindheitsjahre im Krieg und über die Gegend um Illingen und Neunkirchen.

    Vom Krämerberg aus in Schiffweiler soll ein unterirdisches Bahngleis mit Fussgängermöglichkeit bis hin zum Eisenwerk geführt haben. Hier wurde viel vor Bombenangriffen geschützt. Über Dritte wurde mir von ihr zugetragen, dass es eine riesige Anlage war, mit Anlieferung von Kohle zum Hochofen unterirdisch.

    Da unten muss noch ganz viel Geschichte sein, welche mittlerweile in Vergessenheit geraden ist. Ich selbst war schon im Spitzbunker nach Hüttenschliessung 1986. Nun erfahre ich, dass von diesem auch noch weitere Stollen in verschiedene Richtungen abgingen.

    Weiss jemand was über den Betonarm der vom Spitzbunker wegführt? Ist das ein Gang?

    Selbst von sogenannten "Fachleuten" in NK wurden manche Theorien belächelt und als Märchen abgetan. Und jetzt... erweisen sie sich nach und nach als Tatsache.

    Noch was vergessen: Also in dem noch vorhanden Tunnelabschnitt läuft parallel zu dem Gleisbett ein ca. vom Durchmesser von 1 Meter großes Rohr. War das die Belüftung? Wie konnten die Bahnen, welche bestimmt mit Kohle fuhren, dort fahren? Wie konnte man gleichzeitig darin rumlaufen?

    Viele Grüße...

  • Was für ein NONSENS! Die einzige Eisenbahnerbindung war von den Schiffweiler Schächten bis zum Bahnhof Schiffweiler geplant; durch die "Régie des Mines de la Sarre" (Französische Saarbergbaubehörde). Woher hast Du diese FALSCH-Informtionen???


    Als die Schiffweiler Schächte fast einen Eisenbahnanschluss erhalten hätten

    Im Rahmen eines großen Investionsvohaben war ab 1922 der Bau eines einziehenden Wetterschachts Schiffweiler für den nordwestlichen Teil der Grube Kohlwald im Osten der Gemarkung von Schiffweiler vorgesehen.

    Er sollte außerdem als Anfahrtschacht dienen. Ferner war seine Verwendung für die Förderung ins Auge gefaßt, wozu man ihn über eine Strecke durch das Fahrbachtal mit dem Bahnhof Schiffweiler verbinden wollte. Leider wurde daraus, wegen der Änderung der Rahmenbedingungen, nichts.

    Vom Juni 1924 bis November 1927 wurde dann der nach dem französischen Geologen Marcel Bertrand benannte Schacht mit einem kreisrunden Querschnitt 376 m tief abgeteuft. Parallel dazu entstand bis 1929 eine umfangreiche Übertagesanlage mit Maschinengebäude, Kesselhaus Zechenhaus, Lampen- und Waschkaue. In den frühen 1940er Jahren wurde dann noch der Schacht Marcel Bertrand II abgeteuft.

    (Quellen: Eigenes Archivgut, "Geschichte der Gemeinde Schiffweiler")

    Den Text habe ich am 25.02.2025 auf meiner Facebook-Seite veröffentlicht.

    LINK dazu:

    Facebook

  • Da ich die ersten 33 Jahre meines Lebens, in Schiffweiler verbracht habe, familiär dort verwurzelt bin und immer noch 1. Vorsitzender des Modellbahnclub Schiffweiler bin, finde ich deine Ausführungen Opet sehr spannend und interessant.

    VG Sebastian

  • Hallo OPET,

    es wurde mir so erzählt, von der Tochter eines Bergmanns in dieser Zeit. Auch ausführlichere Infos zum Spitzbunker und die Nutzung bei der Bombardierung. Ich kann das leider nur so weitergeben... und es ist ja gut wenn das dann jemand korrigieren / ergänzen kann. Auf Reklamation der Information von meiner Seite, will man mir nun den betreffenden Eingang am Krämerberg (verschlossen) zeigen. Vielleicht hat es ja auch was mit der Grube Richtung Kohlwald oder Gegenort zu tun. Keine Ahnung.

  • Hallo OPET,

    es wurde mir so erzählt, von der Tochter eines Bergmanns in dieser Zeit. Auch ausführlichere Infos zum Spitzbunker und die Nutzung bei der Bombardierung. Ich kann das leider nur so weitergeben... und es ist ja gut wenn das dann jemand korrigieren / ergänzen kann. Auf Reklamation der Information von meiner Seite, will man mir nun den betreffenden Eingang am Krämerberg (verschlossen) zeigen. Vielleicht hat es ja auch was mit der Grube Richtung Kohlwald oder Gegenort zu tun. Keine Ahnung.

    Es dürfte sich dabei um den ehemaligen, großen Luftschutzbunker am Krämerberg handeln.

  • Dann war das sogar ein Personenverkehr unterirdisch, wenn ich das richtig verstehe.

    Genau, wobei der "Tunnel" eigentlich nur eine Unterführung war. Die Gleise waren von beiden Seiten aus einsehbar und auch aus den Zügen heraus konnte man einen - gleichwohl beschränkten - Blick nach draußen werfen.

    Quote from nukacola

    Ich komme aber mit der Karte nicht klar, wo dieser genau ersichtlich ist in Vergleich mit meinem Google Maps Luftbild. Könntest Du meinen roten Strich vielleicht auf das Schema von Dir übertragen?

    Das liegt vermutlich daran, dass auf meinem Plan von 1914 Norden rechts ist, bei dir aber oben ;) Meine Karte musst du also um 90 Grad nach links drehen. Zudem ist sie nur schematisch, d. h. der Gleisverlauf ist nicht exakt und die Gleisanlagen nicht vollständig selbst wiedergegeben. Hier der markierte Tunnel:

    1914%20Kopie.png

    Quote from nukacola

    Kannst Du was zu dem Bunker unter der Motocross-Strecke sagen?

    Leider nein. Was ich aus Zeitzeugen herausbekommen konnte, ging nur in die Richtung "Da gab es viele komische Sachen". Das ist natürlich wenig verwertbar. Man hat dem Bunker nach dem Krieg wohl keine Beachtung mehr geschenkt und er ist dann über die Jahre aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden.

    Edited once, last by Ludwigsbahn (July 5, 2026 at 8:20 PM).