Hochwaldbahn : Die Würfel sind gefallen

  • Radweg auf alter Bahntrasse kommt
                                           
    Im Landkreis St.Wendel wird noch in
    diesem Jahr mit dem Bau eines 30 Kilo-
    meter langen Radweges begonnen. Er ent-
    steht auf der früheren Bahntrasse von
    Freisen nach Nonnweiler.
                                           
    Eine Sachbearbeiterin des Kreises teil-
    te dem SR mit, dass die Planungen dafür
    abgeschlossen seien. Jetzt werde der
    Auftrag ausgeschrieben. Der neue Radweg
    kostet insgesamt neun Millionen Euro.
                                           
    Mehr als die Hälfte der Kosten soll der
    Bund übernehmen, rund drei Millionen
    das Land. Der Landkreis rechnet damit,
    dass der neue Radweg spätestens 2022
    fertiggestellt ist.


    Quelle : Saartext-Seite 118 vom 31.07.2019


    Dazu mein Kommentar : Meinen herzlichen Dank und großen Respekt an

    alle, die sich jahrelang in dieser Sache eingesetzt haben !


    VG


    Harald

  • Danke auch von mir.Was solche Dinge anbelangt,ist das Saarland einfach unfähig oder auch nicht willens,selbst wenn Fakten und Zahlen für eine Reaktivierung sprechen.Im benachbarten Rheinland Pfalz ist das scheinbar ganz anders.

    Das Wort Radweg kann ich schon nicht

    mehr hören.

    Schade.

  • Manfred Britz


    So ist es. Zum Glück sind hier im Unterschied zu anderen Foren echte Eisenbahnfreunde unterwegs!


    Es ist auch für mich völlig unverständlich, wieso in solchen Dingen immer mit zweierlei Maß gemessen wird. Die hohen Baukosten und die künftigen Pflegekosten für diesen Radweg sind im Verhältnis zu einer Wiederinbetriebnahme der Eisenbahninfrastruktur und deren volkswirtschaftlichen Nutzen unerhört hoch. Es ist ein Unding, dass solche überflüssigen Projekte mit Bundesmitteln gefördert werden, während für die Öffentlichkeit wirklich wichtige Verkehrsinfrastruktur im Saarland wie die Strecke von Türkismühle nach Hermeskeil oder das wertvolle Bahnhofsgebäude in Friedrichsthal reglerecht verottet, weil angeblich kein Geld dafür da ist. Der Erhalt von Schienenverkehrswegen muss vor dem Bau solcher Radwegen auf Bahntrassen stehen, die in erster Linie nette Freizeiteinrichtungen, jedoch keine dringend notwendige Verlehrsinfrastruktur darstellen.

  • Schönen Guten Morgen Harld,:)

    was für eine Sauerei! Da werden Millionen Euro buchstäblich in den Sand gesetzt,um einen völlig überflüssigen Radweg zu bauen,anstatt die alte Bahntrasse und

    die Hochwaldbahn zu reaktivieren! Ich hoffe,daß du dich meiner Meinung anschließen kannst!

    LG

    Erwin

  • Hinweg auch jetzt alle Chancen, den Nationalpark je auf dem Schienenweg erreichen zu können.

    Fridays for Future, Klimadebatte, Erderwärmung : diese Landesregierung hat den Schuss nicht gehört !:thumbdown:


    VG


    Harald

  • Wirklich eine absolute Frechheit. Eigentlich müsste man dem Hochwald den Nationalparkstatus wieder entziehen. Wie Harald richtig schreibt Friday for Futur und im Nationalpark sich erholen, nachdem man sich mit dem Auto hin gequält hat und erst einmal die Luft verpestet in der man sich dann erholt...

  • Hallo Harald,:)

    ich möchte dir von einem,wie ich meine "Schildbürgerstreich" aus meiner niederbayerischen Heimat berichten,der sich vor rd. 40 Jahren auf zwei KBS zugetragen

    hat:

    Es hat bis Mitte der 70er Jahre bei mir zwei landschaftlich reizvolle Bahnrelationen gegeben,die der alten DB mißfallen haben und die dann nichts besseres zu

    tun hatte,als die Gleise der betreffenden Relation ohne die dortigen Gemeinederäte dieses Ortes darüber zu informieren!

    es handelt sich dabei um folgende Relationen:

    Straubing-Rattenberg-Mitterfels(Luftkurort mit Naturbad!) und Straubing-Hunderdorf-Steinburg-Konzell(vorderer Bayerischer Wald mit der einzigen privaten

    betriebenen Brauerei!) Übrigens,diese Privatbrauerei existiert noch heute!Sie wurde ungefähr im 19.Jahrhundert(!) gegründet.

    Damals wurde von den Bundesbahnverantwortlichen einfach die Strecke rückgebaut,obwohl in Hunderdorf ein riesiger Industrie-und Gewerbepark gerade in

    der Gründungs-Enstehungsphase war und dort sich auch eine bekannte,heute leider nicht mehr existente Möbelfabrik(Nolte-Möbel) befand!


    Lieber Harald,an dem von mir genannten Beispiel siehst du eindeutig,daß sich sowohl die alte DB als auch die jetzige Bahn AG über die Wünsche von strukturschwachen

    Gemeinden hinwegsetzen und dabei aber die Bewohner und deren Wunsch nach Arbeitsplätzen im ohnehin strukturschwachn vorderen Bayerischen Wald schlichtweg

    aus Arroganz und Überheblichkeit vergessen1


    Für mich ist dieses Verhalten eine ausgesprochene Riesensauerei!

    Freu mich schon sehr auf Deine Antwort!

    LG

    Erwin

  • Erwin, es geht hier auch um einen Konflikt der Generationen : die Älteren wollen eher einen

    Erhalt des Wohlstandes bzw. der Individualmobilität (z.B. eigenes Auto, ---> "Nach uns die Sintflut"),

    die Jüngeren sehen das Klima und damit ihre Zukunft in Gefahr.


    Im Saarland sieht eine "zukunftsorientierte Verkehrspolitik" z.B . so aus (Türkismühle 02.04.2017) :



    VG


    Harald

  • Abgesehen davon lassen sich die Fälle, bei der Bundesbahn damals und der Hochwaldbahn heute auch nicht wirklich vergleichen. Die Bundesbahn war selbst verantwortlich und Genehmigungsbehörde. Heute läuft das alles etwas anders. Der ganz große Unterschied zu den Fällen von Straubing ist aber das hier die Gemeinden selbst die Gleise weg haben wollen, was der Regierung in Saarbrücken nur recht ist. Autoland Saarland eben. Nur blöd dass es mit dem Auto auch bergab geht und dann das Saarland in Arbeitslosigkeit mit Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern konkurrieren kann.


    Die Nachtschicht bei Ford in Saarlouis ist schon weg,

    Bosch hat auch ein Arbeitsplatzabbau angekündigt an den Diesel Standorten (Homburg macht NUR Diesel),

    Elektroautos brauchen auch kein Auspuff mehr (Eberspächer), auch hier stand im Juni schon ein massiver Stellenabbau zur Diskussion wegen anhaltender roter Zahlen

    Ob es in Überherrn dank der fehlenden Bahnanbindung noch lange den Automobilunschlag gibt ist auch fraglich,



    Ach ja stimmt ganz vergessen. Der Tourismus dank der ganzen Bahntrassen-Radwege fängt das natürlich alles wieder auf:D:D

  • Analog zum "Bundenthaler" hätte ich den "Nationalparkexpress" Mainz-Türkismühle-Hermeskeil (-Morbach, -Simmern)

    bzw . Saarbrücken-Türkismühle-Hermeskeil (-Morbach,-Simmern) vorgeschlagen.


    Auf der RLP-Seite hat man jedoch in Anbetracht der saarl. Ignoranz schon mal Fakten geschaffen, aber lest selbst :


    https://www.localbook.de/artik…c4-4fd2-8db3-bc799cd728fb


    VG


    Harald


    Edit 08.08.2019 : Im Hunsrück gibt es ein Morbach aber kein Mohrbach - sorry ;)

  • Quote

    Analog zum "Bundenthaler" hätte ich den "Nationalparkexpress" Mainz-Türkismühle-Hermeskeil (-Mohrbach, -Simmern)

    bzw . Saarbrücken-Türkismühle-Hermeskeil (-Mohrbach,-Simmern)) vorgeschlagen.

    Hallo Harald,


    genau das habe ich auch schon gesagt.


    Das wäre der Schlüssel zum Erfolg, um die Strecke zu sichern, Freizeitverkehr zur Ankurbelung des örtlichen Fremdenverkehrs durchzuführen und wenn es sich dann eingespielt hat ein tägliches Zugangebot anzubieten. Man braucht dort Schienenverkehr, damit sich ein Geschäft mit den Tagestouristen aufbaut und gastronomische Angebote sowie Sehenswürdigkeiten entstehen. Wenn man Geld verdienen will, muss man auch bequem erreichbar sein und was anzubieten haben.

  • Offener Brief zum Erhalt von Gleisen
                                           
    In einem offenen Brief an Ministerprä-
    sident Hans, Wirtschaftsministerin
    Rehlinger und Staatssekretär Barke ha-
    ben 28 Initiativen und Organisationen
    den Erhalt von Bahnstrecken gefordert.
                                           
    Darin heißt es, vor allem der geplante
    Abbau der Gleise der stillgelegten
    Hochwaldbahn zwischen Türkismühle und
    der Landesgrenze müsse gestoppt werden.
    Auf dem Land werde mehr ÖPNV gebraucht.
                                           
    Im Saarland müssten vorhandende Gleise
    bestehen bleiben und gesichert werden.
    Zudem müssten Wiederinbetriebnahmen ge-
    prüft und ein länderübergreifendes Ver-
    kehrskonzept entwickelt werden.



    Quelle : Saartext-Seite 116 vom 13.11.2019


    Dazu mein Kommentar : Daumen hoch für diese Solidarität !


    VG


    Harald

  • Das finde ich auch klasse :-) Ich hoffe(die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt:P) einfach, dass die Politik irgendwann mal wach wird.

    Absolut super was u.a. die Plattform Mobilität da wieder gemacht hat.


    Das die in Saarbrücken irgendwann mal wach werden hoffe ich schon seit Jahren, aber mir scheint es als wollen sie unbedingt Dornröschen toppen. Und dabei sind sie immer noch auf dem besten Weg. Siehe jetzt ganz aktuell mit Tesla. Statt zu überlegen wieso die Entscheidung gegen das Saarland fiel, rühmt man sich damit dass das Saarland in der engeren Auswahl war.

  • Siehe jetzt ganz aktuell mit Tesla. Statt zu überlegen wieso die Entscheidung gegen das Saarland fiel, rühmt man sich damit dass das Saarland in der engeren Auswahl war.

    Ja das kann bzw. muss man nicht verstehen. Hätte man Tesla vielleicht mehr Anreize bieten sollen, das sie sagen "JA wir kommen ins Saarland"

  • Quote

    Ja das kann bzw. muss man nicht verstehen. Hätte man Tesla vielleicht mehr Anreize bieten sollen, das sie sagen "JA wir kommen ins Saarland

    Das Saarland ist für solche Zukunfts-Firmen und gewaltigen Investitionsvorhaben ein total unattraktiver Standort, weil es keine funktionierende Fernverkehrsanbindung nach Mannheim mehr gibt und die Fahrtzeit zum Frankfurter Flughafen von Saarbrücken aus 2 Stunden beträgt. Wenn die Politik im Saarland eine Stärkung des Zweibrücker Flughafens mit S-Bahn-Anbindung gefördert hätte, sähe die Sache heute vielleicht ganz anders aus. Man hätte mit Rheinland-Pfalz einen gemeinsamen, leistungsfähigen Landesflughafen in Zweibrücken fördern müssen, statt auf diese nicht ausbaufähige Landepiste in Ensheim zu setzen.


    Schau Dir mal an, welche Anforderungen an den Standort von Tesla gestellt werden. Das sind:


    1. Flughafen

    2. Bahnanschluss

    3. Güterbahnhof

    4. Autobahnanbdinung


    Der Standort des künftigen Tesla-Werks bei Freienbrink erfüllt alle diese Anforderungen. Es gibt einen Gleisanschluss, eine unmittelbar daran vorbeiführende Autobahn und eine gute Anbindung über die Autobahn zum künftigen Berliner Flughafen. Dort sollte in der Vergangenheit übrigens schon mal ein BMW-Werk entstehen, das dann in Leipzig gebaut wurde. Auch das Leipziger BMW-Werk liegt unmittelbar an der A 14 und ist nur wenige Minuten von der Leipziger Messe und vom Flughafen Leipzig/Halle entfernt. Bei BMW in München und Daimler in München sieht es nicht anders aus.


    Das Vorhandensein eines leistungsfähigen Flughafens ist also ein entscheidender Standortfaktor für solche Ansiedlungen. Aber das hat man weder in Saarbrücken noch in Mainz verstanden. Es geht ja nicht nur um Produktion und das dort ein paar hundert Arbeitsplätze für Mechatroniker, Monteure und Gabelstablerfahrer entstehen werden, sondern auch um die Ansiedlung von Entwicklungszentren und anderen Abteilungen, für die man hochqualifiziertes Personal aus Berlin, Stuttgart, München und aus aller Welt anwirbt.

  • Ja da muss ich dir zu 100 % Recht geben, bei dem was du da schreibst. Aber man wir sich jetzt ja brüsten, weil ein weitere Bundesbehörde ins Saarland kommt, heute morgen wurden im Radio gemeldet, dass der Bundestag heute Nacht beschlossen hat, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) eine Zweigstelle im Saarland eröffnen wird.