Posts by kunzstwendel

    Am gestrigen Sonntag, 22.August, hat die Ostertalbahn ihre touristischen Fahrten mit dem Museumszug wieder aufgenommen. Erfreulich: die beiden Zugpaare waren corona-hygienemäßig ausgebucht. Die Fahrgäste, die bereits seit Monaten darauf gewartet hatten, dass die Ostertalbahn wieder fahren darf, haben ihr die Treue gehalten. Vielen Dank dafür! Zum Einsatz bei den Fahrten kam Köf 11 312.

    Am 02.07.2001, fast exakt vor 20 Jahren, befuhr der Lichtraumprofil-Messzug der DB Netz AG die Ostertalbahn zu einer Messfahrt. Der Messzug Limez II bestand aus dem Triebwagen 712 101-5 und dem Messwagen 713 001-6. Die Zugeinheit hat ein Gesamtgewicht von 65,6 t und eine LüP von 33 m. Die zulässige Hg des Fahrzeuges beträgt bei Messfahrten 30 km/h. Der Messzug wurde als Zug Mess 88780 von St. Wendel nach Ottweiler überführt. Hier begann die Messfahrt auf der Ostertalbahn bis zum Bf Schwarzerden. Nach der Rückkehr im Bf Ottweiler ging es weiter nach Kaiserslautern zu Messfahrten auf der Strecke Kaiserslautern - Enkenbach und am nächsten Tag Kaiserslautern - Lauterecken-Grumbach.



    Vor genau 125 Jahren wurde sie hergestellt und ist seitdem "in Betrieb". Heute ist sie Teil eines Bahnhofsgleises im Bahnhof Schwarzerden der Ostertalbahn. Eine Eisenbahnschwelle aus Stahl. Und wahrscheinlich ist sie im Bereich des heutigen Saarlandes, in St. Ingbert, entstanden. Hier legten die Grafen von der Leyen bereits im Jahre 1733 am Flusslauf des Rohrbaches (auch Scheidter Bach) eine Eisenschmelze an, die Wiege der St. Ingberter Eisenwerke. Nach der Einführung der Eisenbahnen in den 1850er Jahren wurde auch das St. Ingberter Werk zur Deckung des großen Bedarfs an Oberbaumaterial herangezogen.


    Ab 1.4.1889 wurde das Werk unter dem Namen "Eisenwerk Kraemer A.-G." geführt. 1893 wechselte Max Meier, der u. a. in Breslau und Berlin Eisenhüttenkunde studiert hatte, von der Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb in das Eisenwerk Kraemer und nahm dort ein Thomasstahlwerk sowie eine dreigerüstige Triowalzenstraße in Betrieb. Vermutlich rührt daher ein Gemeinschaftsauftrag an Phoenix und das Eisenwerk Kraemer, aus dem drei Jahre später die vorliegende Stahlschwelle mit dem Walzzeichen "PHOENIX 1896 EISENWERK KRAEMER" hervorging.



    Eisenbahn und Philatelie - was haben die miteinander zu tun? Nun, ein Aufruf in der "Schiene", dem Mitteilungsblatt der Saarländischen Eisenbahn führte dazu, dass sich am 8. Oktober 1957, also vor über 60 Jahren, briefmarkensammelnde Eisenbahner in der Eisenbahnerkantine in Saarbrücken zusammenfanden. Sie gründeten schließlich die "Briefmarken-Sammler-Gemeinschaft im Sozialwerk der Deutschen Bundesbahn - Bezirk Saarbrücken" (BSG). Die Gemeinschaft war in den ersten Jahrzehnten sehr rührig. Neben etlichen eigenen Briefmarken-Ausstellungen sowie der Teilnahme an Veranstaltungen im In- und Ausland initiierte die Gemeinschaft gemeinsam mit der Post etliche Sonderstempel zu besonderen Anlässen. Leider ist es inzwischen ruhig geworden um die BSG. Ich möchte hier einmal einige historische Exponate mit Bezug zur Eisenbahn im Saarland zeigen. Die Kartenmotive zeigen jeweils Vorder- und Rückseite.


    Bild 1:

    Zum Anlass des 10jährigen Jubiläums wurde am 6. bis 8. Oktober 1967 ein Sonderstempel eingesetzt. Der Stempel zeigt das Bahnhofsgebäude Saarbrücken-St. Johann mit den beiden charakteristischen Türmen.



    Bild 2:

    Aus dem gleichen Anlass gab die BSG in limitierter Auflage einen Brief mit Sonderstempel heraus. Der Brief zeigt das Foto der im Bw Saarbrücken Hbf beheimateten Zweifrequenz-E-Lok E 320 11, der späteren 182 011.



    Bild 3:

    Zur 10.Internationalen Briefmarkenausstellung der Eisenbahnphilatelisten vom 8. bis 10. Oktober 1976 in Saarbrücken erschien ein Sonderstempel, der den S-Bahnzug ET 420 zeigt. Die Vorderseite der Karte zeigt ebenfalls den ET 420 und ist mit der den gleichen Zug zeigenden Briefmarke versehen.



    Bild 4:

    Aus Anlass des Jubiläums 125 Jahre Eisenbahn Saarbrücken - Paris (Nov. 1852 - Nov. 1977) legte die Bundespost im November 1977 in Saarbrücken einen Sonderstempel auf. Die Karte zeigt auf der Bildseite die zu diesem Zeitpunkt bereits seit 6 Jahren ausgemusterte Lok 086 808-3.



    Bilder 5 und 6:

    Zum 50jährigen Jubiläum der Ostertalbahn am 26. und 27. September 1987 mit Bahnhofsfest in Ottweiler und Dörrenbach gab die BSG eine Karte und ein Schmuckblatt mit Sonderstempel heraus. Der Sonderstempel zeigt eine Lok der Baureihe V 100, die mehrere Jahre für den Personenverkehr auf der Ostertalstrecke prägend war.




    Bild 7:

    Zum Abschluss noch ein Foto für die Freunde der Bügelfalten-E10, aber leider ohne Saarland-Bezug. Aus Anlass des Tags der DB mit Fahrzeugschau in Heilbronn am 10.10.1970 gab es einen Sonderstempel, der dieser Baureihe gewidmet war.



    Ich hoffe, der kleine philatelistische Rückblick gefällt euch.

    Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die ehemaligen Grubenbahnen bei Neunkirchen auf der Grundlage der älteren topografischen Karte 1:25.000 aus dem Jahre 1940 zu dokumentieren. Zur besseren Orientierung habe ich denVerlauf der heutigen Bundesstraße 41 in gerissener gelber Linie nachgetragen.

    Dargestellt sind die ehem. Bahnstrecken
    - Neunkirchen W125 - Dechen - Heinitz
    - Neunkirchen W291 - Grube König
    - Neunkirchen W293 - Anschl Eisenwerk (Hochofengruppe)
    - Neunkirchen - Hermineschacht
    - Neunkirchen - Brunhildeschacht (zu Grube Kohlwald)

    Die Strecken sind (fast) alle Geschichte. Lediglich der Gleisanschluss zum Hermineschacht von der Strecke Neunkirchen - Schiffweiler her exisitiert noch. Die bergbaulichen Aktivitäten auf diesem Areal wurden schon lange eingestellt. Zuletzt war die Fläche als Kohlelager genutzt. Nachdem auch diese Nutzung obsolet war hat die Stadt Neunkirchen 2017 für das Areal einen Bebauungsplan für eine anderweitige gewerbliche Nutzung aufgestellt.

    Alle anderen Strecken sind - wie die Bergwerke selbst - stillgelegt und zwischenzeitlich abgebaut.


    Bild 1:

    Die ehemaligen Grubenbahnen im Raum Neunkirchen auf der Basis der topografischen Karte 1:25.000 (Ausg. 1940). Zur besseren Orientierung ist der heutige Verlauf der Bundesstraße 41, der Saarbrücker Straße und der Lindenallee in gerissener gelber Linie eingetragen.


    Bild 2:

    Bergwerksanlage Grube König in Neunkirchen (Saar). Postkarte aus dem Jahr 1907.



    Bild 3:

    Der sogenannte "Königspark" bei der Einfahrt in den Grubenbahnhof "König". Die alten Abteilwagen (C3) waren leihweise der Grube überlassen. Mit ihnen wurden die Bergleute, die mit den Heinitz-Zügen kamen und in Schlawerie umstiegen, von und nach König befördert. Triebfahrzeug war eine Grubenlok, die bei Besetzung mit Reisenden an der Spitze und bei Leerfahrt am Schluss war. Am 30.3.1968 endete die Kohleförderung auf Grube König. Aufnahme 1960. Quelle: Siegfried Omlor, Entstehung und Entwicklung der Eisenbahnanlagen in Neunkirchen, 1985.


    Bild 4:

    Grubenanlage (Kokerei) im Grubenbahnhof Heinitz. Das Gebäude im Bild rechts ist das Abfertigungsgebäude der Eisenbahn. Nachdem am 24.11.1962 die Kohleförderung in Grube Heinitz eingestellt wurde, wurde am 3.9.1963 auch die Kokerei stillgelegt, womit gleichzeitig der Güterverkehr von und nach Heinitz entfällt. Aufnahme 1960. Quelle: Siegfried Omlor, Entstehung und Entwicklung der Eisenbahnanlagen in Neunkirchen, 1985.



    Bild 5:

    Die Bahnstrecke nach Heinitz wurde - anders als die Anschlussbahn zur Grube König - 1940 noch von der Reichsbahn als Kursbuchstrecke 251f mit festem Fahrplan betrieben. Bedient wurden im Personenverkehr die Bahnhöfe Dechen und Heinitz. Quelle: Kursbuch der Deutschen Reichsbahn, Ausgabe vom 21. Januar 1940.



    Am 10.10.2002 wurde in Neunkirchen (Saar) Hbf der bis dato größte Schienentransport von abgebrannten Brennelementen zusammengestellt. Der Transport setzte sich zusammen aus Einzelzuführungen aus Brokdorf/Brunsbüttel, Krümmel, Stade und Unterweser (Nord-Transport) sowie aus Neckarwestheim und Grafenrheinfeld (Süd-Transport). Die Züge aus Brokdorf mit einem Behälter, Brunsbüttel mit zwei Behältern, aus Krümmel mit drei Behältern und aus Stade mit drei Behältern wurden im Rbf Hamburg-Maschen zu einem Zug zusammengestellt. Auf dem weiteren Laufweg wurde (wahrscheinlich in Hamm) der Zugteil aus Unterweser mit zwei Behältern aufgenommen. Über Mainz - Bad Kreuznach gings dann weiter nach Neunkirchen.

    In Neunkirchen (Saar) Hbf erfolgte dann auf dem Pfalz-Ast die Zusammenführung mit dem Süd-Transport mit den restlichen fünf Behältern und die abschließende Zugbildung mit insgesamt 16 Spezialwaggons (Castor-Transportwagen) und 3 vierachsigen Begleitwagen. Dieser Zug ging von hier aus auf der Schiene als ein Zug nach Le Hague (Frankreich) und dann per Schiff ins britische Sellafield zur Wiederaufbereitung.





    Die Presse vermerkte am nächsten Tag: "Die in den Abendstunden stattgefundene Aktion auf saarländischem Boden verlief ohne Störungen."

    Im Januar 2001 sollte DB Cargo eine Bundeswehreinheit aus Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern) mit ihrem Fahrzeugpark zum Truppenübungsplatz Baumholder transportieren. Bei den Vorbereitungen wurde festgestellt, dass wegen Lademaßüberschreitung einzelner Fahrzeuge der Tunnel bei Ruschberg nicht befahren werden konnte. Also sollte der Zug zunächst bereits in Türkismühle entladen werden, um dann auf der Straße nach Baumholder zu verlegen. Doch die Laderampe in Türkismühle konnte zu diesem Zeitpunkt nicht für die Entladung der Fahrzeuge genutzt werden. Also erging eine Anfrage an die Ostertalbahn und die Fa. Diehl in Schwarzerden, ob denn der Transport auf diesem Wege erfolgen und die Züge im Gleisanschluss der Fa. Diehl entladen werden könne. So wurden dann am 26.01.2001 der stattliche Zug mit 1.010 t / 580 m zunächst über Ludwigshafen - Kaiserslautern nach Neunkirchen Hbf gefahren. Mit Rücksicht auf die im Bf Schwarzerden vorhandenen Nutzlänge des Einfahrgleises wurde der Zug hier geteilt.





    Die beiden Teile wurden dann separat nach Schwarzerden gefahren. Zunächst bespannten 212 343-8 und 212 360-2 einen Zug mit 650 t und 380 m, ihm folgte 294 251-4 mit der planmäßigen Übergabe und den restlichen 400 t / 200 m. In Schwarzerden standen die entsprechenden Rangierarbeiten an, um die Fahrzeuge von den beiden Zügen über die Kopframpe bei Fa. Diehl zu entladen.





    Edit: 2 Fotos aus Neunkirchen (Saar) Hbf ergänzt (01.06.2021)

    Wenn es auch schon etwas länger her ist: das sind die vier derzeit bei der Ostertalbahn im Einsatz befindlichen Köf. Die drei Köf III haben sämtlich HU und können umfassend eingesetzt werden. Köf 6696 wird lediglich als Gerät zum Rangieren im Bf Schwarzerden eingesetzt.


    Dann möchte ich noch zwei Bilder von der Rückfahrt dranhängen. Denn 110 171 ist ja nicht in Schwarzerden geblieben. Sie holte die seit mehreren Jahren untätig in Schwarzerden abgestellte und zwischenzeitlich durch Vandalismus arg ramponierte 202 269 ab. Diese Lok befand sich zuletzt im Eigentum des Gleisbauunternehmens Gleiskraft. Die Lok wurde jetzt verkauft und der neue Eigentümer ließ sie zur Fa. Malowa (Benndorf) überführen.