Posts by Stellwerk Lw

    Lieber Manfred,

    was kramst Du hier Schätze aus... Einfach großartig!

    Diese Gegend kenne ich nur vom gelegentlichen Durchfahren mit einem Auto, dass es eine solche Typenvielfalt gab, war mir nicht bewusst.

    Welch ein Bilderreichtum!

    Das wäre genug Stoff für ein Buch...

    Herzlichen Dank für Eure Rückmeldungen und Anmerkungen!

    Nun soll es weiter gehen mit dem Rückblick auf die letzten Wochen des dampfbetriebenen Personenverkehrs im Illtal.


    Heute vor 45 Jahren konnten wir den E 3382 mit dem Auto verfolgen, was wahrlich nicht einfach war. Sehr gefreut haben wir uns über die Lok, nochmal eine 50er mit Kabinentender. Dass es dann ausgerechnet jene Lok war, die vier Wochen später, am 29. Mai 1976, den großen Abschiedszug von Saarbrücken nach Trier und zurück führte, wussten wir natürlich nicht.




    Ausfahrt Eppelborn (gleich hinter Manfreds Garten!) - Mit starker Dampfentwicklung beschleunigt der Zug auf der Geraden Richtung Dirmingen:



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    Eigentlich ein Foto nach dem Motto "Knapp vorbei ist auch daneben"... - Bei der Ausfahrt aus Dirmingen konnten wir den Zug gerade noch so erwischen, aber er kam so zügig, dass ich in der Aufregung einen Wimpernschlag zu früh abdrückte. Wie schön hätte die Lok in die Lücke gepasst! Aber das Dia konnte ich doch nicht wegwerfen - ich finde es bis heute schön mit seinem Kontrast zwischen der dreckigen, schwer arbeitenden Maschine und dem herrlichen blühenden Baum:


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    In Wustweiler hatten wir den Zug wieder eingeholt: Heute ist die Örtlichkeit stark verändert, die Fußgängerbrücke ist verschwunden. Ursprünglich war die Strecke ja 2gleisig. 1976 befand sich der Bahnsteig noch auf in Blickrichtung linken Seite. Heute gibt es einen Bahnsteig rechts und etwas näher zum Ort



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    Jetzt galt es ordentlich Schwung zu holen für den langen Anstieg nach Illingen:



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    Dann die Ausfahrt aus Wemmetsweiler. Inzwischen ist der 8-Wagen-Zug geteilt, der hintere Teil rollt als E 3382 mit einer 110 oder 181 nach Saarbrücken, während die ersten vier Wagen mit Dampf nach Neunkirchen gehen.

    Interessant an diesem und den folgenden Fotos ist der Blick auf die damaligen Anlagen des (alten) Bahnhofs Wemmetsweiler.

    Heute befindet sich kurz vor der Brücke auf dem letzten Bild der nur noch eingleisige Haltepunkt:



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    Letzte dampfgeführte Personenzüge im Saarland (bis Mai 1976)

    Im Mai 1975 endete mit dem Beginn des Sommerfahrplans der Einsatz der Baureihe 023 im Saarland, die von Saarbrücken aus auf den Strecken zwischen (Saarbrücken/Neunkirchen-) Wemmetsweiler-Lebach-Wadern, Völklingen-Lebach, Saarbrücken-Saargemünd und St. Wendel-Tholey im Einsatz war. Hinzu kamen einzelne Zugleistungen oder Lz-Fahrten von der/ zur Wochenendruhe in den Bw Dillingen und Saarbrücken.


    Aber damit endete noch nicht die Ära der dampfgeführten Personenzüge. Noch nicht ganz! Ein einziges Zugpaar hielt sich noch zwei Fahrplanperioden länger: der E 3382 Lebach (ab 6:22 h) nach Wemmetsweiler, dort wurde der Zug getrennt, der hintere Zugteil fuhr als 3382 mit einer E-Lok bespannt nach Saarbrücken, der vordere Zugteil fuhr mit Dampf unter Fahrdraht weiter nach Neunkirchen. Zurück fuhr die Lok Lz und übernahm in Wemmetsweiler den N 4617 von Saarbrücken nach Lebach.


    Da der E 3382 aus acht Wagen bestand und die 40 o/oo-Rampe zwischen Wustweiler und Illingen bewältigen musste, setzte man eine Lok der Baureihe 050-053 ein. Lokpersonale erzählten uns seinerzeit, dass eine V 100 (die ansonsten überall im Saarland die 023er ablösten) die Fahrzeiten nicht hätte halten können.

    Mit dem 29. Mai 1976 endete der Einsatz der 050er im Saarland, auch im Güterverkehr.

    Am nächsten Tag fuhr der E 3382 mit nur noch 6 Wagen und einer 218 (Bw Kaiserslautern).


    Interessant war, dass für das Zugpaar die 050er eigens entweder über die Köllertalbahn Völklingen-Lebach oder die Primstalbahn Dillingen-Primsweiler-Lebach zugeführt wurde. Ebenso ging es nach Ankunft des N 4617 in Lebach solo zurück nach Saarbrücken oder Dillingen.


    Nachfolgend nun einige Aufnahmen dieser besonderen Zugleistung. Da der Sonnenstand erst ab April halbwegs brauchbare Fotos ermöglichte, seht Ihr nachfolgend die erste Aufnahme vom 17. April 1976, auch einem Samstag, also heute vor genau 45 Jahren. A. M. und ich hatten uns am Hp Bubach (zwischen Lebach und Eppelborn) postiert. Da Samstag war, stiegen nur wenige Passagiere ein (Bild 3 ist leider unscharf).
    Diese Fotos hatte ich schon einmal eingestellt - in den nächsten Wochen folgen noch weitere Aufnahmen dieses besonderen Zuges - wir haben ihn bis zum letzten Tag, dem 29. Mai 1976, mehrmals dokumentieren können.




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    Übrigens lohnt sich ein Besuch an der linken Rheinstrecke im Mittelrheintal nach wie vor: nach heutiger Info wird der Felssturz bei Kestert erst im Mai soweit abgeräumt sein, dass wieder rechts Züge fahren können. Das heißt, dass neben der Rhein-Sieg-Strecke der GV vor allem über die linke Rheinseite geschleust wird. Das ist für die Tf und Fdl natürlich höchst anspruchsvoll und anstrengend, für uns Fuzzies ein großes Geschenk. Mit Respekt vor dem Betrieb und genügend Abstand lassen sich bestimmt weitere tolle Aufnahmen machen.

    Mit einem Gruß aus Bingen hier schon etwas Vorfreude!

    Um 10:30 h näherten sich 151 112 und 103 mit dem 48711 von Bingerbrück her. Gleichzeitig ging das Signal für die MRB nach Koblenz auf...

    Das kennt wohl jeder - wer ist schneller...

    Der "Erzengel" schlich regelrecht heran, aber die MRB in meinem Rücken bremste auch gut ab, so dass das Motiv nicht zugefahren wurde.

    Seht selbst:











    Vermutlich kriegt der 48711 noch etwas Verspätung drauf - in Gau-Algesheim musste er zur Seite, um zwei ECs vorbei zu lassen.


    Freue mich auf Fotos von der Saar!

    Ein Abriß wäre m. E. nicht wirklich eine Lösung. Klar, damit ist der Schandfleck weg. Aber die "Schande" gilt anderen, die es gewollt haben, dass die Bahn ihre Gebäude verscherbelt statt sie für die Kundschaft zu nutzen. Wie gern würde man doch bei diesem Sauwetter in einem gewärmten Wartesaal sitzen...

    Ich will bestimmt nicht nostalgisch werden ("früher war alles besser"), aber so was gab es früher. Es war menschenfreundlicher Service. Und ich glaube, dass damit letztlich auch viel mehr Menschen für den ÖV zu gewinnen wären: anständiger Wartebereich, Beratung und Auskunft etc.

    Liebe Kollegen,

    zunächst auch von meiner Seite schöne und friedliche Weihnachten!


    Vielleicht kann ich etwas aushelfen - leider habe ich auch nur zwei "Beifänge", auf denen ein wenig von den Nebengleisen in Eppelborn zu sehen ist. Die Aufnahmen entstanden am 29.05.1976 beim letzten Plandampfzug E 3382/ N 4617 mit 051 832.

    Zu dieser Zeit gab es nach meiner Erinnerung in Eppelborn neben den beiden Bahnsteiggleisen ein weiteres durchgehendes Gleis (der Stummel für die RWE müsste der Rest davon sein), dann noch die Ladestraße mit Anbindung der GA (wo heute das Café ist). Also insgesamt 4 Gleise. Ob es aber vor den 70er Jahren nicht noch mehr waren, weiß ich leider auch nicht.



    Der E 3382 bei Ausfahrt Ri. Wemmetsweiler:




    Das 2. Foto war die Rückleistung N 4617 bei der Ausfahrt am BÜ. Rechts kann man schwach den Abzweig zu den Nebengleisen erkennen:


    Noch ein Nachtrag mit Fotos:


    1986 wurden die Durchgangsgleise im Bf Eiweiler erneuert:


    Blick auf den Bahnsteig, leider ist das EG nicht voll erkennbar. Ich habe mich damals auf die V 60 fokussiert... Man sieht, wie groß damals schon der Parkplatz für die Beschäftigten des Spanplattenwerkes der Fa. Agepan war. Personenverkehr gab es seit September 1985 nicht mehr. Parkplatz, EG, Agepan-Gelände wurde später für das das Liminate-Werk überbaut.


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    Etwa 100 m weiter Richtung Lebach - Blick in Fahrtrichtung Heusweiler/ Völklingen. Ganz links gibt es heute eine kurze Verladerampe.


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    Blick in Richtung Lebach (hinten schwach erkennbar der Einschnitt zum Spitzeichtunnel).

    Am Ende des großen Gebäudes links gab es mehrere Gleisanschlüsse ins Werk. Rechts die damalige Seitenrampe, auf der Nutzholz für Agepan zwischengelagert wurde. Hier befindet sich heute eine kleine Kopf-/ Seitenrampe.


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    2011 wurde das Bahnhofsgelände für den Saarbahn-Bau völlig neu gestaltet. Hier liegt heute eine Doppelspur-Insel (der Hp. Eiweiler liegt im Rücken des Betrachters), links ist das Laminate-Werk zu sehen). Die erwähnte kurze Verladerampe liegt im Bild hinten rechts, hier noch nicht erkennbar.


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    Über diese Meldung kann man geteilter Meinung sein (positiv: Schaffung von Arbeitsplätzen nach der Schließung des Laminate-Werkes, negativ: Abhängigkeit von einem chines. Unternehmen).

    Ich bin auch gespannt, wie die Transporte laufen werden. Das Werk liegt am ehem. Bf Eiweiler (die Gemeinde gehört heute zu Heusweiler), zu DB-Zeiten gab es mehrere Gleisanschlüsse. Die wurden beim Saarbahn-Bau nicht wieder eingerichtet. In diesem Bereich gibt es aber eine Doppelspur-Insel für fliegende Kreuzungen. Und es ist eine kurze Verladerampe gebaut worden. Ich vermute, sie dient vorwiegend für den eigenen Bedarf. In Betrieb habe ich sie noch nicht gesehen.

    Grundsätzlich wäre ein GV über Lebach möglich. Meines Wissens ist beim Neubau der Strecke darauf geachtet worden, dass die Strecke - damals bis Etzenhofen wegen des Gewerbegebietes angedacht - für GV befahrbar ist: Lichtraumprofil, Brückenlasten etc.

    Wenn ein Unternehmen auf die Bahn verladen wollte, wäre das m. E. in Eiweiler gut möglich. Vielleicht müsste ein neuer Anschluss gebaut werden. Aber dazu gibt es staatliche Zuschüsse. Es braucht den entsprechenden politischen Willen.

    Im aktuellen "Lok-Magazin" (Oktober 2020) gibt es einen sehr guten Artikel von Martin Springer/ LM zum Abbau der Hochwaldbahn Türkismühle-Nonnweiler.

    Der Artikel beschreibt die spannende Geschichte der Strecke, zeigt aber auch sehr deutlich, wie alle ehrenwerten Versuche einer Reaktivierung blockiert wurden. Für mich ein Skandal, wie das gelaufen ist.

    Was aber wirklich schön ist: Es sind tolle Bilder vom Kollegen Manfred Britz zu sehen! @Manfred, Du warst da offenbar zum richtigen Zeitpunkt vor Ort. Kompliment!