Konzept für die strategischeWeiterentwicklung des ÖPNVim Saarland

  • Guten Morgen,

    ich habe lange überlegt, möchte aber nun doch meine ganz persönliche Meinung zu der Veröffentlichung abgeben. Es handelt sich offensichtlich um eine Präsentation in der Art "Power Point" von MS, die üblicherweise vorgestellt und von dem oder den Vortragenden mit Erklärungen den Interessenten nahe gebracht wird. Wahrscheinlich ist das in einer internen Sitzung des VEP auch so erfolgt und der Ausdruck wurde als Tischpapier ausgehändigt. Für mich ist nur erkennbar, dass in allen NV-Ebenen (Bus, Bahn, Saarbahn) etwas geplant wird und das ist gut und notwendig so. Ansonsten ist dieses Schreiben, auch aufgrund der fehlenden Erklärungen zu Abkürzungen, wie z.B. ES, GT und PI bei dem Bezug von Kosten und Wirkung, für mich nur sehr schwer lesbar und verständlich. Ich sehe das Schreiben im Sinne von "Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann bilde ich einen Arbeitskreis", damit ich wieder mal eine Zeit lang Ruhe habe vor den Menschen, für die ich eigentlich beruflich da bin.

    Auf konstruktive Kritik zu meiner Meinung, eventuelle Meinungen und Erklärungen freue ich mich.

    Gruß und eine schöne Weihnachtszeit. Thomas.

  • Ein paar Erklärungen dazu wären wirklich nicht schlecht, einige Punkte finde ich einfach nur lächerlich und nach dem Motto wie von Thomas gesagt Hauptsache was gemacht dass nochmals ruhe ist. Mit welcher Begründung ist die Verbindung Homburg - Saarbrücken in der Kategorie B2 einzustufen und Samstags alle 60, Sonntags gar nur alle 120 Minuten zu bedienen??? Woher kommen die Zahlen der 5000-10.000 Wege? Aus dem aktuellen Nutzerverhalten des ÖPNV? Das wäre noch plausibel, da bei dem miesen Angebot in der morgendlichen HVZ die Nutzung doch eher gering ist. Die parallel A6 sowie das Verkehrschaos bei der Sperrung der Fechinger Talbrücke sprechen da andere Bände.


    Die Verkehrszeiten bei B1 und B2 sehe ich auch als viel zu kurz an. Verkehrszeiten nach B3 sind meiner Meinung nach grundsätzlich angebracht für Verbindungen zwischen Mittel- und Oberzentrum, sowie auch unter benachbarten Mittelzentren. Das Verhältnis der Fahrzeit von 1,5 ÖPNV-PKW in der HVZ ist auch quatsch. Der ÖPNV darfs außerhalb der HVZ maximal das 1,5 fache des PKW brauchen um noch mehr Umsteiger in den ÖPNV zu bekommen.


    Als reiner Hohn empfinde ich die Angaben bei der Verbindung Oberzentrum-Oberzentrum und somit auch Trier - Saarbrücken - Mannheim. Erste Ankunft um 9 Uhr letzte Abfahrt nach 20 Uhr!!! Hat von den verantwortlichen mal jemand die Verbindung genutzt??? Mal die Fahrgäste in den Zügen welche deutlich vor 9 in Mannheim sind gezählt?? Ebenso die Rückfahrt. Wie viel Fahrgäste und Pendler sind in den Zügen unterwegs welche Mannheim deutlich nach 20.00 Uhr Richtung Saarland verlassen? Hier ist der Süwex Mannheim ab 22.39 auch noch recht gut ausgelastet, und wäre es garantiert noch mehr wenn es eine spätere Verbindung als "Rückfallebene" gäbe. Wie oft war ich selbst schon mit dem Zug unterwegs und hab die Verbindung immer so gewählt um spätestens den ICE in Mannheim zu erreichen damit ich den Süwex als Reserve hab wenn etwas schief geht. Insbesondere am Wochenende ist dies absolut nicht hinnehmbar. Da bräuchte es eigentlich zumindest alle 2h die ganze Nacht durch ein Zug.


    Interessieren würde mich auch wie man auf die Zahlen bei der Erstbewertung des NKF auf Seite 19 kommt. Schließlich weicht er ja doch teilweise deutlich von der genaueren Untersuchung auf Seite 21 ab. Wer sagt, dass da nicht auch andere Strecken welche (weil vermutlich nicht rentabel) nicht untersucht wurden auch ein positiven Nutzen bringen würden? Abgesehen davon dass ich auch nicht weiß wie ein negativer Nutzen entstehen kann. Der Nutzen-Kostenfaktor gibt an wie viel Euro volkswirtschaftlicher Gewinn jeder Investierte Euro bringt. Also müsste ein negativer Nutzen heißen, dass die Reaktivierung einen volkswirtschaftlichen Schaden bringt und der Betrieb dauerhaft müsste bezuschusst werden auch um andere Folgen abzumildern zB. mehr Schadstoffausstoß des Zuges, gegenüber den PKW-Verkehr der dadurch eingespart wird.



    P.S.: Die Abkürzungen ES, PI, GT... beziehen sich denke ich auf die Ziele auf Seite 5: ES: Einfacher Systemzugang, PI: Positives Image, GT: Gleichberechtigte Teilhabe...

  • Seit Jahren wurde im ÖPNV im Saarland nichts gemacht (außer Preiserhöhung).

    Ich habe über 10 Jahre Bus und Bahn genutzt um zur Arbeit zu kommen, mittlerweile bin ich wieder aufs Auto umgestiegen, da ich so täglich etwa 1,5h Fahrzeit spare.

    Ganz zu schweigen von den vielen Verspätungen und Ausfällen, die ich in den Jahren mitgemacht habe.

    Tägliches Beispiel:

    Ankunft in Kleinblittersdorf mit dem Bus 501 um 6:38, man sieht beim Ausstieg die Saarbahn auf Gleis 3 (Abfahrt 6:39) stehen.

    Selbst wenn 10 Leute auf Gleis drei rennen und nur noch 10m vor der Saarbahn entfernt sind, wird einfach abgefahren.

    Wartezeit auf nächste Saarbahn (Abfahrt 6:54): 15 Minuten

    Die Saarbahn um 6:39 ist leer, die um 6:54 überfüllt...


    Da ich öfters beruflich unterwegs bin, habe ich dazu ich meist die Bahn genutzt.

    Durch Wegfall von vielen Fernzügen gerade ab Homburg ist es mittlerweile fast nicht mehr möglich die Bahn zu nutzen.

    Bsp:

    Rückfahrt aus Darmstadt nach Homburg nach 16.00 Uhr? mindestens 2 Umstiege 2,5 -3h Fahrzeit wenn die Anschlüsse erreicht werden (Umstiegszeiten teilw. knapp 5 min).

    Fahrt nach Köln/Bonn und Rückfahrt am gleichen Tag? Unmöglich.


    Ich erwarte von diesem Foliensatz nichts, zumal der Bundesverkehrsminister die Zuwendungen für die Bahn gekürzt hat. Man gibt dafür mehr Geld für Straßen (insbesondere Ortsumgehungen in Bayern) aus. Ohne größere Investitionen vom Bund wird im Saarland nichts passieren.


    Im Bundesverkehrswegeplan hat das Saarland keine Bahnstrecke angemeldet.

    Man nutzt bestehende Förderprogramme nicht etc.

  • Ich erwarte von diesem Foliensatz nichts, zumal der Bundesverkehrsminister die Zuwendungen für die Bahn gekürzt hat. Man gibt dafür mehr Geld für Straßen (insbesondere Ortsumgehungen in Bayern) aus. Ohne größere Investitionen vom Bund wird im Saarland nichts passieren.


    Im Bundesverkehrswegeplan hat das Saarland keine Bahnstrecke angemeldet.

    Man nutzt bestehende Förderprogramme nicht etc.

    Genau damit ist das eigentliche Problem kurz und knapp zusammen gefasst. Es gibt zu wenig Geld für Bahn im vergleich zur Straße, und wenn es Geld gibt, hat man kein Interesse dies abzurufen.

  • Naja, die Mittel wären ja eben abrufbar, aber es gibt da auch keinerlei Initiative.

    Das Saarland kann keine Verkehrspolitik. Ich denke, es gibt nicht viele Regionen, in denen Baustellen einfach mal komplett in die Winterpause gehen, an denen nur tagsüber gearbeitet wird, während sich auf beiden Seiten ständig der Verkehr staut.

    In denen aktive Bahnstrecken neben Autobahnen liegen, auf denen es regelmäßig zum Verkehrsinfarkt kommt, aber einfach *nix* fährt.